(Auszug aus meinem Buch «GRACIE JIU-JITSU UNLOCKED», erschienen 2021)
Dank der Hilfe meines Freundes Livio Altorfer, selbst ein versierter Pentjak Silat-Lehrer (und ein direkter Schüler von Grossmeister Paul de Thouars in Los Angeles), konnten ich mit meinem Bruder Demetrio, in seiner neugegründeten Pentjak Silat-Schule an der Hardturmstrasse in Zürich einmieten, und so konnten wir mit unserem (neugestalteten) VAMA-Unterrichtsprogramm fortfahren und fortlaufend erweitern.

Die Schule befand sich in einem Untergeschoss, hatte nur kleine Fenster und Livio hatte anfangs einen roten Teppich gelegt. Unser Training hatte sich immer mehr und mehr auf das Muay Thai Boxen von Ajarn Chai Sirisute, einen kleinen Teil an Trapping-Techniken aus dem PFS-Programm von Sifu Vunak, sowie auch Stock-/Messer-Kampf (aus dem Inosanto System) konzentriert, und nun vermehrt Stand- und Bodentechniken aus dem Gracie Jiu-Jitsu.
So waren alle unsere Schüler sehr dankbar, als Livio eines Tages ein paar Turnmatten organisieren konnte und wir nicht mehr auf dem Teppich unsere Bodenkampftechniken üben mussten!
Ich hatte nach wie vor einen sehr guten Ruf in den Kreisen rund ums Nachtleben und so kamen weiterhin zahlreiche Türsteher, Sicherheitsleute und Polizeibeamte zu uns ins Gruppen- und vor allem ins Privattraining. Die Mitgliederzahlen wuchsen wieder stetig, so dass mein Bruder und ich – nach einer weiteren Kalifornien-Reise mit unserer Mutter und Schwester, uns entschlossen wieder eine eigene Schule zu gründen.

Als am 16. Juli 1995 dann die neue Vacirca Academy of Martial Arts (VAMA) an der Eisfeldstrasse in Zürich-Oerlikon ihre Tore öffnete, bildete das «Brazilian Jiu-Jitsu» bereits ein wichtiger Bestandteil unseres Unterrichtsprogramms.
Auf einer über 170 m2 grossen fest ausgelegten Judo-Mattenfläche boten wir nun für Männer und Frauen ein sehr abwechslungsreiches Kursangebot an und es dauerte nicht lange, bis auch die ersten offiziellen Gracie Kids-Klassen ins Programm aufgenommen wurden.
Die VAMA wurde innert kurzer Zeit zum europäischen Hauptstandort des Gracie Jiu-Jitsus und wir bekamen Besuch aus ganz Europa und Russland. Dank diverser TV-Auftritte, Radio-Interviews und mehrerer Artikel in Tageszeitungen und Fachzeitschriften stieg das Interesse an der VAMA schnell und schon bald wurden wir eingeladen eigene Brazilian Jiu-Jitsu-Seminare im In- und Ausland geben.
Unser Bekanntheitsgrad stieg weiter, als wir als vier Mann starkes Schweizer Team im Januar 1996 mit einer Silber- und einer Bronze-Medaille aus Rio de Janeiro zurückkehrten.
Nikos Bachzetsis, Martin Hardmeier, mein Bruder Demetrio und ich hatten an der ersten Brazilian Jiu-Jitsu-Weltmeisterschaft in der Schwarzgurtkategorie gekämpft und neben dem Edelmetall mit zwei vierten Plätzen ein grossartiges Ergebnis erreicht.

Der brasilianische Jiu-Jitsu Dachverband (CBJJ), welcher von Meister Carlos Gracie Jr. präsidiert wurde, hatte uns im gleichen Jahr als offizielle Schwarzgurte anerkannt und mich zum Vertreter des Brazilian Jiu-Jitsu in der Schweiz ernannt.
Ausserdem wurde mir die Ehre zuteil, die Schweiz als Gründungsmitglied der International Brazilian Jiu-Jitsu Federation (IBJJF) zu repräsentieren und es zu vertreten.

